Schmelzindexmessung nach DIN 53735

Schmelzindexmessung nach DIN 53735 - MVR/ MFI Schmelzindex

mfiDer Schmelzfliessindex (engl. MFI = Melt Flow Index oder MFR = Melt Flow Rate) dient zur Charakterisierung des Fließverhaltens (Formmassenprüfung) eines thermoplastischen Werkstoffes bei bestimmten Druck- und Temperaturbedingungen. Er ist ein Maß für die Viskosität der Kunststoffschmelze. Daraus lässt sich auf den Polymerisationsgrad, also die mittlere Anzahl von Monomereinheiten in einem Molekül schließen. Der MFI gibt die Masse von Polymerschmelze an, die unter Normbedingungen und einer bestimmten Zeit mit einem Zylinder durch eine Düse gedrückt wird.
Die Einheit für den MFI ist g/10min. Wird ein Kunststoff – beispielsweise durch Chemikalienangriff oder Strahlung – so geschädigt, dass ein Kettenabbau einsetzt, so verringert sich seine Schmelzviskosität und die Schmelzvolumenrate steigt.

Zuständige Normen: ISO 1133 

ASTM D1238 MVR

 

 

Versuch:  

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Versuchsaufbau

Material: Polyethylen (PE) ISO 1872-2
Prüftemperatur: 190 Grad Celsius
Nennmasse: 2,16 kg

Die Schmelze wir in den durchgeheizten Zylinder gegeben. Das erste austretende Strangstück wird verworfen. Ist die Schmelze blasenfrei, werden in konstanten Zeitabständen Strangabschnitte abgetrennt und nach Abkühlung gewogen.        

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 Der Schmelzindex gibt an, wie viel Gramm eines Kunststoffs in 10 min durch eine Kapillare bestimmter Geometrie gepresst wird, die Einheit ist also g/10min.  

Der Schmelzvolumenrate (MVR = Melt Volume Rate) dient zur Bestimmung der Schmelzevolumengeschwindigkeit. Der Volumenfließindex (engl.: MVR - melt volume rate) gibt das aus der gleichen Kapillare in 10 min gepresste Volumen an, die Einheit ist cm³/10min. Er wird auch häufig Schmelzvolumenindex oder Schmelze-Volumenfließrate genannt.