Oxidative Induktionstemperatur OIT

tga1Die OIT- Methode ist eine Schnellmethode zum Vergleich der thermischen Stabilisierung oder zur Bestimmung der Stabilisatorwirkung zweier äquivalenten Proben im DSC-Messgerät (gleiche Stabilisatoren vorausgesetzt).
Oxidationsreaktionen lassen sich aufgrund der exothermen Reaktion von Kunststoffen mit Sauerstoff im DSC beurteilen. Die Probe ( 5 bis 10 mg) wird bei erhöhter Temperatur im offenen Tiegel einem oxidierenden Spülgas ausgesetzt (Luft, künstliche Luft oder Sauerstoff).
Beim Dynamischen verfahren wird die Probe mit definierter Heizrate von Messbeginn an unter Sauerstoff der Luft Atmosphäre aufgeheizt. Die Oxidationsreaktion wird durch das Abweichen von der Basislinie als exotherme Reaktion deutlich. Diese Abweichung kann durch eine bestimmte kennzeichnende Temperatur charakterisiert werden. Der Vorteil dieses Verfahrens liegt im niedrigen Zeitaufwand.
Bei der dynamischen OIT – Methode wird die Messung vornehmlich von der Heizrate geprägt. Probe, die miteinander verglichen werden, müssen gleiche Größe und Gestalt haben und mit der gleichen Heizrate und gleicher Gasmenge aufgeheizt werden.
Beim statischen Verfahren (ASTM D 3895) wird die Probe unter inertes Atmosphäre (Stickstoff) auf eine bestimmte Temperatur oberhalb der Schmelztemperatur aufgeheizt. Diese Temperatur wird gehalten (statisch). Nach der Einstellung des Gleichgewichtszustandes wird das Spülgas (N2) von inertem auf oxidative Atmosphäre, meist Sauerstoff oder Luft, gewechselt (n. 5 Min.). Die exotherme Oxidationsreaktion tritt dann nach einer gewissen Zeit auf. Zur Ermittlung einer aussagefähigen Prüftemperatur sind Vorversuche notwendig. Man erstellt Spezifikationen (OIT-Zeit) von Birären Systemen (z.B. PE/PP) auf.