Glasübergangs- oder Erweichungstemperatur (TG)

Amorphe Thermoplaste haben keinen Schmelzpunkt. Sie gehen in einem bestimmten Temperaturbereich von der harten in eine flexible Phase über, gekennzeichnet ist dieser Bereich dadurch, dass die Molekülketten beweglich werden, ohne dass sich der Kunststoff direkt verflüssigt, dies geschieht erst bei weiter steigender Temperatur.
Teilkristalline Thermoplaste haben ebenfalls eine Glasübergangstemperatur, diese betrifft jedoch nur die amorphen Bereiche. Meist liegt die Glasübergangstemperatur unterhalb des Schmelzpunktes, so dass zwischen diesen beiden Temperaturen eine harte und eine flexible Phase gleichzeitig existieren. Kennzeichnend für diese Werkstoffe ist ein duktiles mechanisches Verhalten.
Die Glasübergangs- oder Erweichungstemperatur (TG) ist die Temperatur, bei der ein Glas oder ein amorpher Kunststoff die größte Änderung der Verformungsfähigkeit aufweist. Dieser so genannte Glasübergang trennt den unterhalb liegenden spröden energieelastischen Bereich (=Glasbereich) vom oberhalb liegenden weichen entropieelastischen Bereich (=gummielastischer Bereich). Der Übergang in den Fließbereich des amorphen Kunststoffs ist fließend. Durch die Aufnahme von Feuchte (siehe auch: Alterung) sinkt die Glasübergangstemperatur bei polymeren Werkstoffen ab.
Teilkristalline Kunststoffe besitzen sowohl eine Glasübergangstemperatur, unterhalb derer die amorphe Phase 'einfriert' (einhergehend mit Versprödung), als auch eine Schmelztemperatur, bei der sich die kristalline Phase auflöst. Die Schmelztemperatur trennt den entropieelastischen Bereich deutlich vom Fließbereich ab. Kristalline Kunststoffe weisen im Gegensatz dazu nur eine Schmelztemperatur auf. Handelsübliche Kunststoffe besitzen einen kristallinen Anteil von 20% bis 80%.

schmelztempereatur